Felix Weber

„FOR YOUR EYES ONLY (Besserung)“

Freitag, den 13. Januar 2012, ab 19 Uhr
21:00 Uhr Konzert: DA feat. Schlockmaster

Dauer: 14. 01 – 10. 02. 2012

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Freie Malerei
Über die eigentlichen Probleme der Malerei

1. Die Freiheit der Malerei

Abstraktion - Erkennbarkeit - Inhalt
Gesetzt sei das andauernde Offenlassen von Möglichkeit im Bild als höchste
Richtschnur. Malerei im EINFACHSTEN Sinne, PRIMÄRE Malerei, die, alles
zulassend, WIRD. Dass Malerei am Ende „fest“, „starr“, steht, ist der
NOTWENDIGKEIT geschuldet, in unserem Sinn im besten Fall endet das Bild mit
all den, im Schaffensprozess gemachten Erfahrungen (auch und gerade Fehlern).
Der Maler muss die Freiheit besitzen auch destruktiv in sein Bildgeschehen
einzugreifen, es gibt dann !nur Zustände und die Launen des Malers entscheiden
über das Fertig-Sein, das Bild FÜGT sich.
Die freie Malerei muss so weit es geht aus dem VOLLEN schöpfen - das schliesst
nicht den Entschluss zum Topos aus, gerade im Zugriff auf Thema, Motiv, Bildinhalt
geht einher, noch freier weiter - und - fertig zu malen. Und FERTIG gemalt gehört
doch, das ewige Malen an dem EINEN Bild ist nur eine hübsche Mär.

Die freie Malerei muss sich selbst gestalten, das Loslassen von den Konventionen
ist das erste Schwerste. Ein gänzlich anderer Prozess: mehr abwartend, keine
eilende Emotion, und noch mehr zulassen als jemals zuvor. Die Frage nach der
Wichtigkeit des Bildes, verbunden mit Angst um Lächerlichkeit, ist schon ein Buhlen
um Publikum und führt geradewegs in die Irre.

Freie Malerei = keine Technik
ohne Idee, Plan
keine Dinglichkeit
kein Design

aber auch: Technik (zur Frage „Ist Technik Kunst“ ein ander Mal)
Idee, Inhalt
Ding
Form

2. Die Diktatur des Bildes
Das Bild hat einen Hang zur Überwältigung, der durchaus gewollt in unserem Sinne
ist. Sowohl das diktierende, in allen Einzelheiten ausgeführte und Formal wie
Inhaltlich EINdeutig seine Aussage machende Bild ist möglich, wie auch
NICHTdeutbares, „Abstraktes“ Bildwerk, wie auch deren Mischformen. Hier ist
wieder entscheidend wie breit der Rücken des Malers, wie tief sein Grund, wie hart
sein Willen.

3. Der Ab- An- Ver- Gleich an Fotografie / Film
Entspricht dem Problem der repräsentativen Malerei überhaupt, dem Ab-malen,
An-gleichen an die Natur - nicht das Nachahmen ist freie Malerei sondern das
Neu-Hinstellen. Das Foto IST schon.

(4.) Probleme mit der Zensur (Addenda)
In der „freien“ Welt stellt sich Zensur als innerbetriebliches Problem dar. Der Maler
ist sein eigener Zensor, um zu gefallen schleift er an seinem Werk, er glättet, leert
und stumpft.

Felix Weber, November 2011